Heute morgen kommen wir wie verabredet zu einem Treffen mit einem Vermieter in ein Maklerbüro und dieser ist zwar noch nicht da, dafür liegt aber ein Mietvertrag auf dem Tisch. Wir wollten uns eigentlich nur treffen, um ein paar Details zur Wohung zu klären, aber das Maklerbüro war der Ansicht, wir würden heute schon einen konkreten Mietvertrag abschließen wollen. Jetzt muss schnell gehandelt werden, denn der Vermieter kommt anscheinend von weit her und wäre sicherlich verärgert, wenn der Deal platzt. Die Wohnung um die es geht, ist nicht unser Favorit, liegt aber in der Downtown, ist ordentlich und preislich ok. Außerdem hat sie 4 Zimmer plus Wohnzimmer und das ist für uns das Wichtigste.
Wir haben heute Quiyi, einen chinesischen Studenten aus Karlsruhe dabei, der gerade Urlaub hier zu Hause in Shanghai macht. Dieser erweist sich als unser großer Joker, da er sich gut mit Mietverträgen auskennt und uns alles übersetzen kann. Während der Vermieter noch auf dem Weg zum Büro ist, telefoniert er die anderen beiden Angebote, die wir noch von gestern ausstehen haben, ab. Es ist sehr lustig zu sehen, wie die Angestellten des Maklerbüros (3 davon "bewachen" uns im Büro) sichtlich nervös beim Zuhören werden. Schließlich scheint ihr großer Deal da gerade den Bach herunter zu gehen. Aber auch das scheint in China unter die Kategorie Verhandlungstaktik zu fallen.
Schnell stellt sich allerdings heraus, dass bei unseren anderen beiden Angeboten wieder einige Probleme auftauchen werden und so freuen wir uns schlussendlich doch, dass wir nun schon am Morgen den Mietvertrag abschließen können. Der Vermieter erweist sich als sehr netter alter Herr, der uns bei einigen vertraglichen Dingen sogar etwas entgegen kommt und so klappt der Abschluss ohne Probleme. Trotzdem ist und bleibt es ein komisches Gefühl, eine Unterschrift unter einen Vertrag zu setzen, der nur aus chinesischen Schriftzeichen besteht. Nach 3 Stunden können wir 170m² am Rande von Downtown unser Eigen nennen - yeah!
Die erste Monatsmiete und 2 weitere Mieten Kaution bezahlen wir direkt in bar. Das gibt einen hübsch hohen Geldscheinstapel, da kein Schein in China größer als 100 Yuen (10€ ist). Aus Angst vor Geldfälschungen, so sagt man.
Zum Mittagessen treffen wir uns mit Yi ("1") und Lady Gaga. Die heißt eigentlich Jessie aber ihre Frisur sieht echt ein bisschen wie die von Lady Gaga aus und sie wird uns auch mit diesem Namen vorgestellt (was sie gar nicht so toll findet). Beide sind zwei sehr nette Freundinnen von Quiyi, die uns auch bei der Wohnungsübergabe noch helfen werden. Wir essen heute Speisen aus Hongkong und Macau und ich muss sagen, dass war das leckerste chinesische Essen, das ich bis jetzt hier hatte.
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Hi Andi,
AntwortenLöschenfreut mich, dass es für euch jetzt mit der Wohnung geklappt hat! Das mit den Geldscheinstapeln ist hier in Toronto nicht so sehr anders. Beim Einzug muss man hier erste und letzte Monatsmiete Cash bezahlen und der Geldautomat spuckt hier nur 20$ Scheine aus (ansonsten ist die Attitüde hier ja: Bargeld, was ist das?). Ich hier mit einem ähnlichen Stapel angekommen...
Alles Gute aus Toronto und viele Grüße,
Felix