Der heutige Eintrag wäre fast an der chinesischen Regierung gescheitert, denn die lässt den Zugriff auf meinen Blog-Dienst Blogspot von China aus nicht zu. Einfach so. Vermutlich liegt das wohl daran, dass Blogs in China relativ gerne genutzt werden, um regierungskritische Töne zu verbreiten (siehe auch: hier). Ähnlich wie auch beim Aufruf von Seiten wie beispielsweise facebook.com erscheint einfach eine Fehlermeldung, die entsprechende Website könne nicht geladen werden. Nach 2 Stunden Recherche und Ausprobieren habe ich aber einen eleganten Weg gefunden, um die "Chinesische Mauer 2.0", wie die landeseigene Firewall auch genannt wird, zu umgehen.
Der heutige Tag wird zum Großteil vom Flug von Dubai nach Shanghai in Anspruch genommen. Die Einreise am Flughafen verläuft trotz strenger H1N1- Kontrollen (alle Reisenden mit Fieber müssen für eine Woche in Quarantäne- schluck!) problemlos und ein Zwei-Mann-Empfangskomitee der Uni bringt uns ins Studentenwohnheim, unsere Unterkunft für die erste Woche. Von hier aus, so der Plan, möchte wir so schnell wie möglich eine schöne 4er-WG finden zwischen Uni und Innenstadt finden.
Das Highlight des Tages ist definitiv unser erstes original chinesisches Abendessen. Das kann man sich in etwa so vorstellen: 4 leicht desorientiert wirkende Europäer, scheinbar die einzigen Ausländer heute Abend auf der Straße, stolpern in ein kleines, gemütlich aussehendes Garagenrestaurant. Dort werden sie von der grinsenden Chefin empfangen und sobald klar ist, dass die Chinesischkenntnisse der Europäer fast nicht einmal als solche bezeichnet werden dürfen kommt die chinesische Hilfsbereitschaft zum Tragen. Gemeinsam mit dem Kellner werden da Speisen aus der Karte, die nur aus Schriftzeichen besteht, empfohlen nach dem Motto: Nehmt nicht das, das ist nicht so gut, nehmt lieber das und: Das ist jetzt genug für euch vier. So etwas erlebt man in Deutschland glaube ich kaum. Am Ende haben wir 4 Teller, eine Art Schweinshaxe mit 3 verschieden Dips, Rippchen mit Sojasauce, einen Gemüseteller aus Kartoffeln, Mais und Brot mit kleinen Fleischstreifen und einen rein vegetarischen Teller vorwiegend mit Gurken, Zwiebeln und einem weiteren mir nicht bekannten aber nicht weniger leckerem Gemüse. Klassisch wird in China das Essen geteilt, d.h. alles kommt auf eine Drehplatte an einem runden Tisch und dort dreht sich jeder die Platte her, die er gerade gerne möchte. Dann kann er sich mit seinen Stäbchen davon etwas nehmen. Das Tolle ist: Jeder bekommt von jedem etwas und das Essen wird zu einer richtig interaktiven Angelegenheit.
Lange Rede kurzer Sinn, das Essen ist sehr lecker und mit 150 Renminbi (ca. 15€) für 4 Personen inkl. Getränke und Tee auch durchaus bezahlbar. =) Und es gibt übrigens ein eigenes Hupen- Verboten Schild in China. Der Nutzen ist allerdings eher beschränkt.
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