Dienstag, 8. September 2009

Kuck mal, ein Ausländer!

Das wir hier in Minhang auffallen, steht außer Frage. Tagtäglich bleiben die Blicke der meisten Chinesen um uns herum auf uns haften, wenn wir durch die Straßen schlendern. Meistens zwar eher diskret, manchmal werden wir aber auch einfach nur direkt angegafft. Ich persönlich habe den Eindruck, das liegt daran, dass hier so wenige Ausländer sind.

Heute hat eine Wohnungsbesichtigung von uns die Sache aber auf die Spitze getrieben. Nach viel umherirren und mehr oder weniger vom Erfolg geprägten Versuchen, mit diversem Maklern zu kommunizieren deutet uns eine Angestellt im Büro, wir sollten warten. Tatsächlich fährt nur wenige Minuten später ein für chinesischen Verhältnisse erstaunlich schicker Wagen vor und ein entsprechend gekleideter Fahrer bringt uns in eine Wohngegend ums Eck. Dort führt er uns in die Penthousewohnung eines 6-stöckigen Wohnhauses, wo gerade eine Familie am ausziehen ist. Wir sind definitiv die Attraktion des Tages. Als der kleine Junge der Familie uns sieht, lässt er einen riesigen Schrei los. Dieser stellt sich nicht wie zunächst befürchtet als Entsetzensschrei heraus, sondern als Freundenschrei. Schnell trommelt er seine Geschwister zusammen und Makler sowie ganze Großfamilie führen uns durch die Wohnung.

Witzigerweise sprichen der 13-Jährige Junge und seine kleine Schwester als einzige richtig Englisch und müssen so für uns übersetzen. Das klappt dank einem zusätzlichen Übersetzungscomputer, der einem Gameboy ähnlich sieht und sauteuer ist auch recht gut. Als ich versuche, den Kleinen auf chinesisch zu fragen wie er heißt, zuckt dieser nur resigniert mit den Schultern und meint bedauernd, er würde leider nicht so gut Englisch verstehen... Mist, da muss ich wohl noch an meiner Aussprache arbeiten.

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